Damit ChatGPT, Perplexity, Gemini oder die KI-Übersichten von Google Ihr Unternehmen empfehlen, müssen diese Systeme eindeutig verstehen, wer Sie sind, was Sie anbieten und wo. Das gelingt mit klaren Angaben auf Ihrer Website, Antworten auf echte Kundenfragen, maschinenlesbaren Firmendaten und einem einheitlichen Auftritt im Netz. Dieses Vorgehen nennt man GEO, Generative Engine Optimization.
Warum KI-Empfehlungen jetzt wichtig werden
Laut einer Umfrage von Bitkom Research aus dem Oktober 2025 greift rund die Hälfte der Internetnutzer in Deutschland zumindest gelegentlich lieber zu einem KI-Chat als zu einer Suchmaschine. Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es sogar zwei Drittel. Die klassische Suche ist damit nicht verschwunden, aber sie hat Konkurrenz bekommen.
Dazu kommt Google selbst: Bei vielen Suchanfragen erscheint inzwischen eine KI-Übersicht über den normalen Treffern. GEO betrifft also nicht nur ChatGPT, sondern auch die Suchmaschine, die Ihre Kunden ohnehin nutzen.
Der entscheidende Unterschied: Eine klassische Trefferliste zeigt viele Anbieter, aus denen man selbst auswählt. Eine KI fasst zusammen und gibt eine kurze Auswahl. Wer dort nicht auftaucht, kommt für diese Kundin oft gar nicht erst in Frage.
Wie KI-Tools entscheiden, wen sie nennen
KI-Tools mit Websuche durchsuchen das Netz nach passenden Quellen und setzen daraus eine Antwort zusammen. Dabei zerlegen sie Seiten in einzelne Abschnitte und übernehmen bevorzugt die Stellen, die eine Frage klar und eigenständig beantworten. Außerdem achten sie darauf, ob sich Angaben zu einem Unternehmen an mehreren Stellen bestätigen: auf der eigenen Website, im Google-Profil, auf Bewertungsplattformen und in Verzeichnissen.
Sind die Angaben unklar oder widersprüchlich, fehlt der KI die Sicherheit, und sie nennt lieber einen anderen Anbieter.
„In meiner Arbeit mit Praxen und Dienstleistern sehe ich immer wieder dasselbe Muster: Viele Websites wurden vor Jahren mit einem Baukasten selbst gebaut oder nebenbei von Bekannten erstellt und seitdem kaum gepflegt. Die Inhalte sind nicht strukturiert, wichtige Suchbegriffe fehlen, die Überschriften folgen keiner klaren Ordnung und Angaben wie Öffnungszeiten sind veraltet. FAQs gibt es kaum, und wenn, steht die eigentliche Antwort selten im ersten Satz. Das liegt nicht an fehlendem Engagement, sondern daran, dass lange niemand wusste, worauf es ankommt. Genau darin liegt heute die größte Chance: Wer diese Grundlagen sauber aufbaut, hebt sich sofort von vielen Mitbewerbern ab.“
Eva Merothkubeclinic7 Schritte, damit Ihr Unternehmen genannt wird
1Eindeutig sagen, was Sie anbieten, für wen und wo
„Ästhetische Behandlungen“ ist für eine KI zu vage. „Skinbooster, Hautanalyse und Faltenbehandlung in Wiesbaden“ ist eindeutig. Je klarer Leistung, Zielgruppe und Ort auf Ihrer Website benannt sind, desto leichter kann eine KI Sie einer konkreten Frage zuordnen.
2Die Fragen Ihrer Kunden beantworten
Sammeln Sie die Fragen, die Ihnen im Alltag gestellt werden, und beantworten Sie sie auf Ihrer Website. Die eigentliche Antwort gehört in den ersten Satz, danach folgen zwei bis vier Sätze Erklärung. Solche in sich geschlossenen Abschnitte lassen sich von einer KI direkt übernehmen.
3Firmendaten maschinenlesbar hinterlegen
Im Quelltext einer Website lässt sich ein unsichtbarer Steckbrief Ihres Unternehmens hinterlegen, das sogenannte Schema-Markup. Darin stehen Name, Adresse, Leistungen, Öffnungszeiten und Kontaktwege in einem Format, das Suchmaschinen und KI-Systeme ohne Interpretation verarbeiten. Für Besucher ändert sich dadurch nichts, für Maschinen wird Ihr Unternehmen dagegen eindeutig erkennbar.
4Überall dieselben Angaben verwenden
Name, Adresse, Telefonnummer und Leistungen sollten auf Website, Google-Profil, Social Media und Portalen exakt übereinstimmen. Eine veraltete Telefonnummer auf einem Portal oder abweichende Öffnungszeiten genügen, damit die Angaben nicht mehr eindeutig zusammenpassen.
5Bewertungen auf unabhängigen Plattformen sammeln
KI-Tools werten auch aus, was andere über ein Unternehmen schreiben. Echte Bewertungen auf Plattformen wie Google oder Trustpilot sind deshalb ein wichtiges Signal. Laden Sie dabei alle Kunden ein und nicht nur die zufriedenen: Gezieltes Aussortieren ist auf den großen Plattformen nicht erlaubt.
6Den Suchbots der KI-Anbieter den Zugang erlauben
Die Datei robots.txt auf Ihrer Website legt fest, welche Programme Ihre Seiten lesen dürfen. Sperrt sie versehentlich die Suchbots von ChatGPT (OAI-SearchBot), Perplexity oder Claude, kann Ihre Website in deren Antworten nicht auftauchen. Ein kurzer Blick in diese Datei gehört deshalb zu jeder GEO-Prüfung.
7Auch bei Bing vertreten sein
Microsoft Copilot bezieht seine Antworten über die Suchmaschine Bing. Richten Sie deshalb neben der Google Search Console auch die kostenlosen Bing Webmaster Tools ein. Das dauert nur wenige Minuten, und Ihre Website wird zusätzlich dort erfasst.
Lässt sich GEO messen?
Teilweise. Anders als bei klassischer Werbung gibt es keine einzelne Zahl, die zeigt, wie oft eine KI Ihr Unternehmen empfiehlt. Es gibt aber inzwischen mehrere Anhaltspunkte, die zusammen ein gutes Bild ergeben:
- Google Search Console: Seit Juni 2026 zeigt ein eigener Bericht, wie oft Ihre Seiten in den KI-Übersichten und im KI-Modus von Google erscheinen. Klicks und Suchbegriffe enthält dieser Bericht bisher nicht, und er wird schrittweise für alle Websites freigeschaltet.
- Bing Webmaster Tools: Auch Bing bietet eine Auswertung, wie Ihre Website in KI-Antworten auftaucht.
- Website-Statistik: Klickt jemand in ChatGPT auf einen Link zu Ihrer Seite, wird dieser Besuch in vielen Fällen mit der Quelle „chatgpt.com“ gekennzeichnet. So sehen Sie, wie viele Besucher über KI-Tools kommen. Ganz vollständig ist diese Zählung nicht, weil manche Besuche ohne Herkunftsangabe ankommen.
- Spezialisierte Software: Programme für sogenanntes Prompt-Tracking stellen KI-Tools regelmäßig dieselben Fragen und werten aus, wer genannt wird. Das ist deutlich verlässlicher als eine einzelne Stichprobe, weil KI-Antworten von Mal zu Mal schwanken und teilweise personalisiert sind.
- Ihre Kunden fragen: Ein einfaches Feld im Kontaktformular wie „Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?“ liefert oft die ehrlichste Antwort.
Was GEO nicht leisten kann
Eine Garantie, von ChatGPT oder Google empfohlen zu werden, gibt es nicht. Wer das verspricht, sagt nicht die Wahrheit. GEO erhöht aber spürbar die Chance, dass KI-Systeme Ihr Unternehmen verstehen und als passende Antwort einordnen.
GEO ersetzt außerdem keine gute Grundlage. Eine schnelle, übersichtliche Website mit klaren Inhalten ist die Basis für die klassische Suche und für KI-Tools gleichermaßen. SEO und GEO gehören deshalb zusammen.
Fazit
KI-Tools werden für viele Menschen zu einer zusätzlichen Anlaufstelle bei der Suche nach einer Praxis oder einem Dienstleister. Wer klar kommuniziert, die Fragen seiner Kunden beantwortet und überall einheitlich auftritt, schafft die besten Voraussetzungen, genannt zu werden. Viele dieser Schritte helfen gleichzeitig bei Google und lassen sich mit überschaubarem Aufwand umsetzen.
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